EUROSAF SBGK Pirat European Championship
ein Bericht von Oliver Bajon
Schon kurz nachdem feststand, dass die Piraten-Euro 2011 in Ungarn stattfinden wird, war meinem Steuermann Hegi und mir klar, da wollen wir dabei sein.
Während LUISA II das Hegimobil bereits frühzeitig zum Balaton schob, nahm ALCYONE erst am Freitag nachmittag Anlauf. Also Start Kladow: erstmal noch Kraft tanken mit Bratwurst bei Familie Huth, dann Boot anhängen und los.
Hmm, schon in Deutschland der erste Stau, kurzer Ausflug in Dresden auf der Suche nach dem Autohof mit Besichtigung des IKEA Parkplatzes. Der Pausensnack beschränkte sich dann doch auf einen McCafé.
Es dämmerte schon ... nicht uns sondern am Himmel, als wir die Grenze zur Tschechische Republik überquerten.
Leider wollte Oliver lieber seinem Navi glauben, welches uns empfahl, die Autobahn zu verlassen, so unternahmen wir einen kurzen Ausflug über die hügeligen Landstr. der Umgebung.
Leider erwies sich die Autobahn hinter Prag eher als Rüttelstrecke.
Nach einem flotten Maut-Vignetten-Kauf-Stop und einer Betankungspause (DIESEL !!!) in der Slowakei fanden wir uns in Ungarn wieder: also immerhin waren wir schon im Land unserer Träume, jetzt mussten wir nur noch den Plattensee finden, also wieder mal eine Blick in die ADAC Karten und weiter gehts.
Das letzte Stück Landstr. zog sich ziemlich dahin, zusätzlich schauten wir uns noch das Stadtzentrum von Veszprem bei Nacht an.
Aber schliesslich gelangten wir nach Balatonfüred. Von Hegi per SMS informiert, dass der Club neben einem Club äh einer Disco liegen soll, stellten wir fest, dass wir die genaue Adresse nicht am Mann bzw. Frau hatten. Schön wenn man die Ausschreibung ausdruckt, aber nicht mitnimmt.
Also erstmal an der lautesten Disko abgebogen und juhu, ein Beil am Strassenrand
Leider übersahen wir die kleinen Pfeile, die in die Einfahrt deuteten, daher fuhren wir erstmal im falschen Club vor; prompt wurde uns das Tor geöffnet. Die Nachtwächter waren freundlich, aber konnten uns ausser ungarischen Begruessungen nicht viel sagen, also erstmal Pause bis zur Morgendämmerung dort.
Im Morgengrauen suchten wir Hegi den Frühaufsteher und wurden fündig. Nach kurzer Einweisung verholten wir unseren Zug auf das Gelände des Ungarischen Segelverbandes. Um die Kräfte zu schonen wurde erstmal das Wasser des Sees zum Schwimmen genutzt und am Sonntag besuchten wir eine nahegelegene Abtei.
Nach der ergreifenden Eröffnungsfeier und anschliessendem Klönen ging es dann zum Konditionsschlaf: dieser wurde allerdings von der benachbarten Disko mit ca. 120 beats per minute (bpm) untermalt.
Erster Wettkampftag war dann der Montag mit 3 Wettfahrten. Leider gab es auch schon die ersten Ausfälle wegen Kollision. So wurde man mal wieder an das Thema Wiedergutmachung erinnert.
Ausserdem wurden am Abend die Tagessieger geehrt: für jeden Siegertypen gabs eine FESTINA UHR! Die besten nichtdeutschen Mannschaften erhielten Wein.
Am Dienstag war es flau und so freute sich alles auf den Nationenabend. Zunächst wurde der Schwertweitwurf durchgeführt:
Chile warf mit Schwassis Hilfe wohl am höchsten, am weitesten schafften es aber die Türken.
Der deutsche Beitrag "Bigfoot" erforderte gute Abstimmung der 4er Teams: von Daniel Reinsberg geschnitzte Holzschuhe mussten über den Parkour koordiniert werden.
Beim Schweizer Wettkampf drehte sich alles um den Spibaum: erst sich selbst um den zu drehenden Spibaum drehen;
Rufe nach pole-dancing blieben aber ungehört; abschliessend Zielfigur (König) per Wurfholz kippen. Jörgen erzielte zwar den ersten Treffer, aber erst ??? gelang der Umsturz.
Beim Tschechischen Spiel gings natürlich um Bier ... -flaschen in die ein Kuli eingeführt werden musste ... in der Hocke ... ich verwiese auf das Video. Dann ging es indoor weiter: bei den Österreichern hiess es zunächst: "Alles Walzer" danach wurde mit diversen Hilfsmitteln Musik gemacht.
Die Ungarn zogen eindrucksvoll mit Musik ein und führten einen Cancan mit wallenden Spinnackern auf.
Am Mittwoch konnte immerhin eine Wettfahrt gesegelt werden. Beil GER 4372 fand sich zum Gesamtzwischenstand auf der ersten Position wieder, da noch kein Streicher eingerechnet wurde. Abends spielte eine ungarische Countryband auf.
Also starteten Hegi und Oliver am Donnerstag im gelben Trikot und wurden mit einem Tagessieg auch gleich der Rückennr. auf dem Shirt gerecht. Trotzdem zog erstmal die Schweiz auf die Spitzenposition vor, auch wenn Stefan und Timo die gelben Hemden erstmal ablehnen wollten.
Da das Wetter in eine gewitterliche Stimmung schwenkte, hiess es nach dem Rennen erstmal Startverschiebung an Land. Also dösten wir im dauerhaften Nieselregen, bis es wieder hiess: Auslaufen!
Es folgten 2 Rennen, bei denen es leider zu mehreren Protestsituationen kam. Daher wurde abends aufgrund der unklaren Ergebnislage die Tagessiegerehrung auf den nächsten Tag verschoben.
Umso stärker und ausdauernder engagierten sich die Piraten dann beim Karaokeprogramm. Teilnehmer, die schon die Nachtruhe suchten waren überrascht, als plötzlich die Beatles mit "Hey Jude" akustisch im Zimmer erschienen.
Der Freitag startete schön ... zumindest für Beachurlauber: sonnig und klar. Es sah nicht nach fairen Windbedingungen aus. Daher wurde Startverschiebung gesetzt. Also konnte man sich die Zeit bei Badespass mit Ludger oder Eisessen vertreiben.
Nachdem die Windverhältnisse nicht besser wurden, wurde schliesslich die Regatta beendet.
Sieger und Meisterin wurde Svenja mit Butze an der Vorschot; Ines und Thomas Vize; LUISA II errang Bronze.
Auf der Rückfahrt am Samstag fuhren wir im Konvoi mit Familie Hegert bis Dresden. Nach einigen Verwirrungen in der goldenen Stadt Prag genossen wir besonders die schöne Fahrt an der Labe entlang bis kurz vor die deutschen Grenze und nach ca. 1.800 km gelangte die ALCYONE wieder in die heimatliche Parkposition in Berlin-Kladow.
Oliver
BEIL GER 4372
LUISA II