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Piraten-Euro 2009 in Arbon / Schweiz (Bodensee)

Regattabericht von Oliver Bajon - Fotos von Sascha Schröter

Die alle zwei Jahre stattfindende internationale Bestenermittlung der Piratenklasse wurde in diesem Jahr auf dem eindrucksvollen Revier Bodensee ausgerichtet. Der organisatorische Aufwand bei der Anreiseplanung war aufgrund der Entfernung nicht unerheblich. Aber schließlich hatten wir eine glückliche Lösung gefunden. Ich konnte bei Kamerad Gunter Edinger vom SCS in seinem Wohnmobil mitfahren, während Hegi mit Familie das Vorauskommando übernahm. So kamen wir nach ca. 10 Stunden Fahrt in der Schweiz an.


Glücklicherweise konnten die Dorfältesten doch überredet werden, den Piraten ein Stück Wiese in der Nähe des Clubs zum Campen zu überlassen, so musste man nicht auf den etwas entfernt gelegenen Campingplatz. Allerdings hatten sich da schon einige für ordentlich Franken für die Woche eingebucht.

Vermessung fand am Dienstag und Mittwoch statt, am Abend wurde dann die offizielle Eröffnung im Schloß Arbon durchgeführt. Danach wurde zu Käsehäppchen ins Partyzelt eingeladen. Als diese schnell verzehrt waren, wurde kurzerhand auch die Deko verspeist.

Zu Christi Himmelfahrt wurde dann der Wettkampf gestartet. Zunächst konnte die junge Crew von GER-4300 die Führung in der Gesamtwertung übernehmen. Wir lernten auch die Windwarnleuchten kennen, nach einem Blick ins Programm war uns auch der Sinn des Blinktaktes klar: je schneller, desto mehr Wind wird erwartet.

Sascha sprach uns schon auf dem Wasser auf ein Vermessungstechnikthema an und das er für etwas "Unruhe" sorgen würde. Dazu unten mehr. Dann kam GER-4372 in Fahrt und wir fanden uns auf Platz 1 der Zwischenwertung wieder.

Am Samstag jedoch war nur wenig Wind zu spüren, nach einigem Abwarten wurde das gesamte Teilnehmerfeld eine gute Strecke über den Bodensee geschleppt, wo besserer Wind erwartet wurde. Dort konnte tatsächlich eine Wettfahrt durchgezogen werden. Der Schreck für uns war aber groß, als wir an der Luvtonne ankamen -- wir standen auf der schwarzen Tafel der Frühstarter. Wir hofften noch auf auffrischenden Wind, damit evtl. noch genug Wettfahrten gesegelt werden könnten, um den zweiten Streicher zu ermöglichen. Aber es blieb sehr flau, so dass das Feld in den Hafen geschleppt werden musste. Damit fielen wir auf den 3. Platz zurück.

Am Sonntag war noch Startbereitschaft, da der schwache Wind aber keine fairen Bedingungen erwarten ließ, wurde schließlich die Wettfahrtserie beendet. Somit ging eine für mich sehr eindrucksvolle Woche zu Ende. Wir hatten Starkwindwarnungen per Warnleuchten, Flautenphasen mit sengender Sonne und schönes Bergpanorama erlebt.

Oliver Bajon

GER-4372 LUISA II

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Beschreibung der Fotos: Sascha Schröter

Camping-Location vom Feinsten: Direkt an der endlos breiten Seepromenade. Der örtliche Versorger Arbon Energie ließ sich nicht lumpen und installierte kurzerhand noch eine 1a-Elektrik entlang der Wiese. Strom für alle! So stand weder den gepflegten Fönfrisuren der Damen noch der standesgemäßen Beschallung des Zeltareals etwas im Wege.
Die Boote fanden Platz auf manikürtem Rasen -- auch hier herrschte beste Schweizer Gründlichkeit: Markierte Stellen für jede Mannschaft (Segelnummern an Holzpfählchen), damit alles seine gute Ordnung hat. Der Yacht-Club Arbon stellte einiges an Service auf die Beine und so brachten flinke Helfer die Slipwagen wieder an ihre Plätze nach dem Wässern der Boote. Wenn die Segler wieder in den Hafen einliefen, standen die Slipwagen-Rangeure schon an der Rampe bereit. Das hat die Piratenwelt so noch nicht gesehen!

Verschiedene Arten der Regattavorbereitung

Montage einer neuen Ruderanlage: Butze hämmert wohldosiert an GER-4372,
unter dem prüfenden Blick von Hegi und Oliver.

 

 

 

 

 

GER-4405: Svenja putzt. Das Boot sah eigentlich schon vorher ziemlich sauber aus.

 

 

 

 

 

 

 

GER-4402: Dieser junge Mann sammelt Kräfte bei schöngeistiger Literatur.

 

 

 

 

 

 

GER-4344 und GER-4396: Björn, Christine, Arne und Tania setzen auf die Kalorien-Methode.

 

 

 

 

Nachbereitung

Wo gehobelt wird, da fallen Späne: ein paar Proteste gabs auch. Zwei davon gingen auf unser Konto, und zwar gegen nicht Klassenregel-konforme Großsegel, die oben deutlich zu rund und damit zu groß waren. Die Vermesser wollten sich damit vor der Regatta auch auf Hinweis leider nicht befassen, obwohl sie die Lage kannten. Die beiden Protestgegner sahen die ganze Sache gar nicht weiter tragisch, denn das eine Team (GER-4396, Björn und Tania) hatte noch einen Satz richtige Segel dabei und das andere (GER-4321, Frank und Finn) konnte sich mit einem versierten Segelmacher an Bord ja selbst helfen und die übergroße Stelle abschneiden.

 


Offenbar hat aber nicht jeder der Unbeteiligten das Problem verstanden, mancher witterte Böses und sogar eine Verschwörung mit der Jury. Da hat ein Spaßvogel, der sich wohl nicht namentlich verewigen mochte, vielleicht auch eine Spaßvögelin, wer weiß, mal feinsinnigen Humor unter Beweis gestellt und uns eine Grußbotschaft ins Rigg geklebt, sich aber leider grammatikalisch etwas vertan. Wir helfen gern. Hinter "wegen" gehört doch der Genitiv, Kinder! Also wenn der Preis stimmt, dann legt Holgi die Germanistik-Fortbildung gleich noch obendrauf beim Bootskauf, versprochen.

 

 

 

Siegerehrung nach 6 Wettfahrten (von links nach rechts):
Thomas Anderssohn / Marko Anderssohn (GER-4317, Platz 2)
Andreas Gluschke / Jörg Saeger (GER-4406, Platz 1)
Detlef Hegert / Oliver Bajon (GER-4372, Platz 3)

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Freitag, 18. Mai 2012