Störtebeker-Cup für Opti A und B
Inoffizielle Hochseemeisterschaft der Optimisten
Revier: Seegebiet vor Helgoland
von Andreas Steffenhagen
Vorbereitung
Nach dem wir auf vielen Opti-Regatten gehört hatten, dass der Störtbecker-Cup Anfang August auf Helgoland eine der schönsten und erlebnisreichsten Opti-Regatten in Deutschland ist, wollten wir schon letzten Jahr mit Michael teilnehmen.
Gegen 18:00 Uhr war die offizielle Begrüßung durch die Wettfahrtleitung mit den wichtigsten Sicherheitshinweisen für das Verhalten auf einem Seerevier.
Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen (und der einen oder anderen Karaffe Sangria) mit den übrigen Eltern, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.
Sonntag, 09.08.2009
Am Sonntag wurden wir von strömenden Regen geweckt. Wir waren froh, ein festes Quartier gebucht zu haben und nicht wie viele andere, im Zelt zu übernachten und zu hoffen, dass alles dicht ist. Um 10:00 Uhr sollte der erste Start sein. Also hieß es,
wie bei jeder Regatta, trotz des Regens entsprechend rechtzeitig aufzustehen, Frühstücken, Boote aufbauen, umziehen, kurze Besprechung mit Sophie, der Bezirkstrainerin, die die Kinder auf dem Wasser betreute und auf die Erlaubnis der Wettfahrtleitung zum Auslaufen wartete. Zum Glück hatte der Regen bereits während des Frühstücks aufgehört.
Aus Sicherheitsgründen durfte kein Trainer oder Opti-Segler ohne Genehmigung der Wettfahrtleitung auslaufen, auch nicht zu Trainingszwecken. Vor dem Auslaufen wurden an den beiden Slipprampen alle Optis von Helfern der Wettfahrtleitung auf ihre „Seetauglichkeit“ geprüft: Schleppende ordentlich und ohne Schlaufen unter den Lufttankgurten verstaut, Paddel und zwei mind. 3,5 l fassende Pützen an Bord, Mastsicherung vorhanden und angelegte Schwimmwesten. Bei den Helfern mussten die Kinder auch ihre Sicherheitspässe abgeben und am Abend innerhalb der Protestfrist wieder persönlich bei der Wettfahrtleitung abholen. So stellte die Wettfahrtleitung sicher, dass kein Kind auf dem Wasser „vergessen“ wurde.
Bei der guter Sicht um 20°C und 2-3 Windstärken theoretisch kein Problem, aber es soll ja auch andere Wettersituationen geben und dann sind diese Sicherheitsmaßnahmen mehr als sinnvoll.
Während die Kinder auf dem Wasser waren, erkundeten wir Väter zwischenzeitlich die Insel, und die Mütter, die zahlreichen Geschäfte von Helgoland.
Nach rund 6 Stunden war die ruhige Zeit für uns gegen 16:00 Uhr zu Ende und die Optis hatten drei Wettfahrten hinter sich. Mit einem 14., 57. und 58.Platz war die Bilanz für Michael noch etwas ausbaufähig, aber die ungewohnte Strömung hat die eine oder andere Kreuz bzw. Tonnenmanöver etwas anders ablaufen lassen wie gewohnt. Darüber hinaus sorgten wohl auch die Seehunde, die sich zwischen durch mal die Optis ansehen wollten, für etwas Abwechslung.
Montag, 10.08.2009
Am Montag war der Ablauf schon langsam eingespielt und verlief wie am Vortag: aufstehen, Frühstücken, Boote auftakeln, umziehen, kurze Besprechung mit Sophie, Sicherheitscheck an der Slipprampe und um 10:00 Uhr Start zur ersten Wettfahrt.
Die Wetterlage hatte sich nicht wesentlich verändert, so dass die Kinder auf dem Wasser vor keine größeren Probleme gestellt wurden.
Während die Optis sich auf dem Wasser um die Tonnen kämpften, erkundeten wir mit der Düne die andere Seite von Helgoland und waren überrascht, wie viel Robben es auf Helgoland gibt und wie nah man an sie herankommt. Auf der Düne ist es ruhiger und nicht so touristisch überlaufen wie auf der Hauptinsel mit den vielen Tagesgästen. Darüber hinaus sind dort die einzigen Strände, an denen man baden oder wie typische Opti-Eltern, mit Fernglas dem Treiben der Optis auf dem Wasser zu sehen kann.
Mit den Plätzen 10, 30 und 35 lief es für Michael schon wesentlich besser. Leider gab es bei 6 Wettfahrten nur einen Streicher, so dass am Ende ein Platz im Mittefeld (35.Platz) heraussprang. Nachdem alle wieder an Land waren und sich umgezogen hatten, hieß es wieder wie nach jeder Regatta: die Boote verpacken, auf den
9er-Opti-Trailer verladen und den Trailer zur Verladung auf einen der Kümos bereitzustellen und die Taschen mit den Segelklamotten wieder in den Transportcontainer verpacken. Mit den Kümos wurden dann die Trailer und die Taschen mit den Segelsachen am Abend schon wieder nach Cuxhaven gebracht.
Die Zeit bis zur Preisverteilung wurde mit einer Insel-Rallye überbrückt: Hierzu wurden alle Segler in mehrere Gruppen eingeteilt und mussten mehrere Aufgaben z. T. mit Hilfe der Touristen lösen.
Die Preisverteilung hat sich dann auf Grund der Rallye etwas verzögert, was aber nicht weiter ins Gewicht viel, da wir ja erst am nächsten Tag mit dem Bäderschiff „Atlanis“ wieder zurück aufs Festland fahren konnten.
Die Preisverteilung wurde mit einer Tombola für alle verbunden und immer wieder von „Bonbon-Regen“ in Form von Basekaps, Schwimm-Schlüsselanhängern oder Süßigkeiten unterbrochen. Nach dem Grillabend ließen wir den Abend noch mit einigen anderen Eltern gemütlich in der „Bunten Kuh“ – einer Cocktailbar –ausklingen und ließen die Ereignisse der letzten Tage Revue passieren.
Ach ja - die Kinder haben wir die ganzen Tage außer Frühmorgens bis zum Auslaufen und kurz nach der Rückkehr vom Wasser sowie zum Abendessen nicht gesehen. Es gab einfach zuviel zu erkunden. Und Kick-Bord fahren macht auch viel mehr Spaß als immer nur bei den „Alten“ zu sitzen (leider hatten wir unseres vergessen, so dass Michael immer auf der Suche nach einem gerade ungenutzten war).
Dienstag. 11.08.2009
Heute hieß es endlich mal ausschlafen und nicht wieder um 07:00 Uhr aufstehen. Leider mussten wir das Zimmer wieder bis 10:00 Uhr geräumt haben, so dass es doch nicht so lang wurde. Aber bis zur Abfahrt der „Atlantis“ um 16:30 Uhr, die uns wieder nach Cuxhaven bringen sollte, war ja noch etwas Zeit.
Sophie hatte mit den Kindern noch eine Abschlussbesprechung angesetzt und wollte mit ihnen anschließen in die Schwimmhalle gehen. So konnten wir noch mal ganz in Ruhe auf die Düne fahren und uns die Robben ansehen und am Strand rund um die Düne wandern.
Nachdem die Kinder sich alle pünktlich am vereinbarten Treffpunkt wieder eingefunden hatten, konnten wir uns einschiffen und waren gegen 19:0 Uhr wieder in Cuxhaven. Jetzt hieß es wieder rüber zum Frachtanleger, in den bereits aus dem Kümo entladen Taschencontainern die Taschen suchen und den Opti-Trailer anhängen. Schnell noch von allen verabschiedet und kurz vor 20:00 Uhr ging es dann wieder auf die Rückreise. In Berlin noch den Opti-Trailer wieder beim JSC abstellen und gegen 02:00 Uhr konnten wir endlich ins Bett fallen (Michael hatte es sich natürlich schon kurz nach der Abfahrt im Auto bequem gemacht und war eingeschlafen)
Fazit:
Der Störtebeker-Cup auf Helgoland ist eine rundum gelungene Veranstaltung (für Opti-Segler und Eltern) und stellt den Ausrichter jedes Jahr vor große finanzielle, logistische (Transport der Optis und Motorboote, Verpflegung der Kinder Eltern) und sicherheitstechnische Herausforderungen. Mit welchem Engagement und Ideenreichtum diese jedoch von Vereinsmitgliedern des Blankeneser Segler-Clubs, sowie den vielen Helfern (davon mittlerweile einige ehemalige Opti-Segler) gemeistert werden, ist bewundernswert und verdient höchste Anerkennung.
Aufgrund des außergewöhnlichen Reviers vor Deutschlands einziger Hochseeinsel ist dies sicherlich keine Veranstaltung für Anfänger oder für Opti-Segler, die bei etwas mehr Wind Schwierigkeiten haben. Etwas Erfahrung auf Seerevieren, z.B. vor Warnemünde oder dem Saaler Bodden, kann als Vorbereitung auch nicht schaden.
Michael jedenfalls war begeistert und wir werden nächstes Jahr wieder versuchen, den Störtebeker-Cup in unserem Terminplan unterzubringen.
Andreas Steffenhagen