Geschichte des SCN 1920 - 1929

1920

Einundzwanzig der zahlreichen Wassersportler, die an den Steganlagen des Restaurants "Clubheim Oberhavel" am Strandbad beheimatet sind, finden sich am 31.7.1920 zur Gründung des "Wassersportvereins Nordstern Spandau" zusammen. Die Gründungsversammlung leitet K. Niepmann. Die Boote fahren unter einem weissen Stander mit weißem N in rotem Stern. Etwas später werden dann die Buchstaben W,S,V in die drei Ecken des Standers eingefügt. Die Aktivitäten erstrecken sich auf die Sparten Segeln, Rudern und Motorbootfahren. Die dann folgende erste Generalversammlung führt zur Wahl eines Vorstandes, dessen Vorsitzender Walter Poser wird.

 

Foto: Das Gründungslokal in Wilhelmsruh (heute verlängerte Werderstraße) (1920).

1921

Wegen der unruhigen Zeit werden strenge Bestimmungen zur Bewachung des Boots- und Vereinsmaterials erlassen, an denen sich alle Mitglieder zu beteiligen haben. Ein Versäumnis der Wache wird mit 20 Mark geahndet. Schon im Juni startet die erste offizielle Frühjahrsregatta des Clubs (siehe abgeb. Einladung).

1922

Beitritt zum Berliner Wettsegelverband (BWV) und erstmalige Teilnahme der Mitglieder an der Müggelwoche. Die Wachangelegenheiten werden mit dem AV Plötze und dem zwischenzeitlich gegründeten Segel-Club Spandau abgestimmt, die ebenfalls im Klubheim Oberhavel beheimatet sind. Der Ankauf eines Schuppens vom Kleinsiedlerverband zur Winterlagerung wird durch Zeichnung von Anteilscheinen zu 500 und 1000 Mark finanziert.

1923

Nachdem der Monatsbeitrag am 4.September mit 300.000 Mark seinen Höchststand erreicht hat, wird er am 2.10. auf 10 Goldpfennige festgelegt, die am Tage der Beitragszahlung zum amtlichen Dollarkurs in Papiermark umgerechnet werden. Wegen ständig zunehmender Probleme bei der Stegplatzvergabe durch den Pächter Max Fisch wird die Errichtung eigener Bootsstände beschlossen und Vertragsgespräche mit dem Pächter des Restaurants "Wilhelmsruh" in der verlängerten Werderstraße aufgenommen.

1924

Abschluss eines Vertrages mit dem Pächter des Restaurants Wilhelmsruh und Bau der Bootsstege in Eigenarbeit, die am 11.5. eingeweiht werden. Umzug vom Strandbad und Gründung einer Jugendabteilung, deren erstes Mitglied Bernhard Nölte wird. Die Steganlage wird im Herbst bereits erweitert.

Foto: Standerhissung, Karfreitag 1924.


Foto: Steg in Wilhelmsruh (1924).

Foto: Etablissement Verter (erbaut 1888). Im Tanzsaal des Etablissement Verter (große hintere Fenster) wurden die Boote untergebracht. Auf der Galerie wurden die Versammlungen abgehalten.

1925

Der vom Kleinsiedlerverband erworbene Schuppen wird verkauft, stattdessen einigt man sich mit dem Pächter Verter über die Nutzung des Tanzsaals als Winterlager. Es wird eine Umlage von 50 Pfg. je Mitglied zugunsten des in Not geratenen SC Udine i.Pr. beschlossen.

1926

Zu dem von den Spandauer Jollenseglern gestifteten Vereinswanderpreis für 15qm-Rennjollen werden die Boote M77, M96 und M109 der Eigner Karge, Thürer und Hackbarth gemeldet.

Foto: Bürgerablage (1926).


Foto: Mühlendammschleuse, Schlepp zum Müggelsee (links), Rückkehr von der Müggel, Kam. Dembiak und Biesler (rechts) (1926).


Foto: Programm zu Preisverteilung und Wintervergnügen am 30. Oktober 1926.

Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage wird das Eisbeinessen abgesagt und durch ein Heringsessen ersetzt. Es wird mit dem Wirt dahingehend verhandelt, daß er 1/2 l Bier, 1 Ztr. Kartoffeln und pro Kopf 1 1/2 Hering für zusammen 70 Mark anbietet. 50 Mark tragen die In-Arbeit-Stehenden, den Rest die Vereinskasse, den Arbeitslosen sollen keine Kosten entstehen.

1927

Der Pächter Verter kündigt den Pachtvertrag mit dem Ziel einer Pachterhöhung. Nach längeren Verhandlungen gelingt eine Einigung, allerdings müssen nun 500 Mark für die Nutzung des Tanzsaals als Winterlager gesondert bezahlt werden. Der Vertrag gilt bis 1930.

Der vom WSV 1921 zum Seglertag des FSV eingebrachte Antrag zur Abschaffung der Preissegelei wird vom WSV Nordstern energisch abgelehnt. Die Plaketten sollen beibehalten werden. Der Kurs der internen Jugendregatta besteht aus zwei Dreiecken auf dem Tegeler See mit Start und Ziel in Saatwinkel. Als Boote werden M 55,59,60 und 116 ausgelost. Als Preise sind Bücher vorgesehen. Bei den Wettfahrten der Westgruppe auf dem Tegeler See am 28.8. und 4.9. sind die WSVN-Segler sehr erfolgreich:

  • 1. Tag 11 Preise, darunter vier 1. Preise,
  • 2. Tag 9 Preise, darunter sechs 1. Preise.

 

Außerdem wurde in dieser Saison der Falkensteiner Preis (Wanderpreis) bei den Verbandswettfahrten und der Vereinspreis der SJS für 15qm-Rennjollen gewonnen. Die Preise werden im Winter in Seitz' Festsaelen in der Schäferstrasse und im Sommer in Wilhelmsruh ausgestellt.

1928

Zum Herausforderungspreis für 15qm-Rennjollen der Spandauer Jollensegler werden die Boote M77, 96 und 32 gemeldet. Inzwischen sind die Vereinsstege völlig belegt, Neuaufnahmen können vorläufig nicht zugelassen werden. Eine Juniorenabteilung für das Alter von 18 bis 21 Jahre wird gegründet.

Vor dem Schlepp zu den Verbandsregatten auf dem Müggelsee fassen die Mitglieder folgenden Beschluß: "Zur Verteidigung des Falkensteiner Wanderpreises in den Verbandsregatten verpflichten sich sämtliche Klassenbootsbesitzer des Vereins, die Regatta ohne Rücksicht auf die Wetterverhältnisse zu fahren und bis zum Schluß durchzuhalten." Der Preis bleibt tatsächlich in Wilhelmsruh.

Fotos: Kam. Biesler und Nölte beim Urlaub in Teupitz und in der Schildhornbucht (rechts) (1928).


Foto: Bürgerablage (1928).


Foto: Sonderklasse des Kam. Lerm im Winterlager in Wilhelmsruh (1928).

1928 xx xx fritz demiak

Foto: Helmut Monicke/Kurt Richter (links) und Friedrich ("Fritz") Dembiak, Ehrenmitglied/Paul Schlenger (mitte), auf dem Müggelsee mit 15er Rennjollen (1928).

1929

Zur Linderung der Not des in finanzielle Schwierigkeiten geratenen SC Elbing erfolgt eine Umlage von 50 Pfg. je Mitglied. Die Versammlung beschließt, zur Beschaffung eines eigenen Grundstücks eine Eingabe an die Grundstücksdeputation des Bezirks. Die Verhandlungen mit dem Bezirksamt Spandau führen alsbald zum Erfolg.


Foto: Urlaub an der Krampnitz (1929).

Foto: Pfingstfahrt nach Neuruppin (1929).

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