Bericht vom 19. Jugendseglertreffen des Deutschen Segler-Verbands
(25.-27.02.2011 in Bremen)
von Andreas Steffenhagen
Alle 2 Jahre treffen sich Jugendleiter, Jugendsprecher und Jugendsegelausschuss (bestehend aus den Landesjugendobleuten der Landesverbände) zu einem mehrtägigen Treffen auf dem u. a. der Jugendobmann des DSV gewählt wird. Ferner wird der Jugendhaushalt verabschiedet und Empfehlungen zu Fragen des Jugendsegelns an das Präsidium des Deutschen Segler Verbands geklärt. Der Jugendobmann ist Präsidiumsmitglied für die Jugend im Deutschen Segler Verband.
Wie in den vergangenen Jahren, war auch das diesjährige Jugendseglertreffen wieder mit einem dicht gepackten Zeitplan gefüllt. Nach der Anreise am Freitagnachmittag und dem Einchecken im Tagungshotel trafen sich alle Jugendsprecher zum traditionellen Jugendsprechertreffen. Diese Diskussionsrunde findet unter Ausschluss der Erwachsenen statt und dient dem allgemeinen Kennenlernen sowie dem offenen Meinungs- und Erfahrungsaustausch. Wir Jugendleiter trafen uns in der Zwischenzeit im Hotelrestaurant zum einen oder anderem Kaltgetränk und tauschten den neusten Klatsch und Tratsch aus.
Am Samstag wurde dann um 09:30 Uhr das Jugendseglertreffen offiziell vom Jugendobmann Wolfgang Wagner eröffnet. Nach den obligatorischen Grußworten u. a. von Vertretern der Stadt Bremen, vom Präsidenten des DSV Rolf Bähr sowie der Deutschen Sportjugend, fand die Ehrung von Jugendmannschaften statt, die in den letzten Jahren seitdem letzten Jugendseglertreffen in Kiel bei Welt- oder Europameisterschaften bzw. bei den 2010 erstmals ausgetragen Olympischen Jugendspielen einen der ersten drei Plätze ersegeln konnten. Insgesamt wurden 8 Mannschaften in den Klassen Opti, 420er, 470er, Laser 4.7, Laser Radial sowie Byte CII (Einheitsklasse bei den Olympischen Jugendspielen). Zwei Mannschaften waren aus terminlichen Gründen verhindert. Insgesamt eine für den Deutschen Seglernachwuchs auch in der Breite der Bootsklassen sehr beachtliche Leistung.
Nach den Ehrungen präsentierte uns Sönke Roever dann in seiner Bilder-Show „1200 Tage Samstag“ sehr beeindrucken Impressionen seiner 3 ½ Jahre dauernden Weltumseglung. Es gibt schon wirklich schöne Ecken am anderen Ende der Welt!!!
Nach dem Mittagessen begann dann in den Arbeitskreisen die eigentliche Arbeit. Als Themen in den Arbeitskreisen standen zu Auswahl:
- Neue Medien in der Vereinsarbeit
Wie wird in der Jugendarbeit mit einander kommuniziert und welche Vor- bzw. Nachteile haben die einzelnen Möglichkeiten?
- „Ohne Dich geht’s nicht“ Segelverein im Wandel
Welche Auswirkungen hat der demographische Wandel in den Vereine auf die Jugendarbeit und werden die Interessen der Jugendliche dabei ausreichend berücksichtigt?
- „Sport spricht alle Sprachen Integrationsmotor Segelverein“
Welche Hindernis bestehen bei der Mitgliedergewinnung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und wie können sie überwunden werde?
- Offener Arbeitskreis – Erfahrungsaustausch
Der mit Abstand meistbesucht Arbeitskreis war der Arbeitskreis „Neue Medien“ an dem auch ich teilgenommen habe. Hier wurden interessante Information zum Thema Medienverhalten und -nutzung von Kindern und Jugendlichen vermittelt sowie Möglichkeiten einer sinnvollen Verknüpfung verschiedener Medien miteinander aufgezeigt. So kommunizieren Erwachsene häufig per e-Mail miteinander, Kinder und Jugendlich dagegen fast ausschließlich über sog. „Social Networks“ wie z. B. Facebock.
Fazit diese Arbeitskreises: Wollen beide Seiten mit Hilfe der modernen Medien erfolgreich und zeitnah miteinander kommunizieren, müssen hier entsprechende Verknüpfungen der verschieden Medien wie e-Mail, Facebock und dem Vereinsauftritt im Internet geschaffen werden.
Am Abend hatte dann der ausrichtende Fachverband „Segeln Bremen“ mit Hilfe eines Sponsors (AOK Bremen) eine Sonderöffnung des Science Center im „Universum Bremen“ organisieren können. Im Science Center kann man mit Hilfe von über 250 Exponate und Experimentierstation auf Expedition durch die Fantasiekontinente „Mensch, Erde und Kosmos“ die verschiedensten Naturphänomene erforschen und erkunden. Nicht nur die Jugendlichen hatten viele Spaß und für uns alle verging die Zeit wie im Flug. Natürlich wurden die Ergebnisse der Arbeitskreise sowie das Erlebte im Science Center noch ausführlich bis in die frühen Morgenstunden im Hotelrestaurant ausdiskutiert. Die jüngeren Semester hatten ebenfalls bis in den Morgen ihren Spaß in der improvisierten Hoteldisko.
Die eigentliche Arbeitssitzung begann dann auf Grund der zahlreichen Verspätungen auch erwartungsgemäß nicht um 09:00 Uhr, sondern mit etwas Verspätung.
Nach dem Bericht des Jugendobmanns Wolfgang Wagner über die letzten zwei Jahre seit dem letzten Jugendseglertreffen, wurden die Ergebnisse der einzelnen Arbeitskreise vorgestellt.
Das in vielen Organisationen der Gesellschaft und des Sports diskutierte Thema Schutz vor sexualisierter Gewalt stand ebenfalls auf der Tagesordnung, und Mona Küppers, Jugendobfrau des Segler-Verbandes Nordrhein-Westfalen, stellte entsprechende Kampagnen vor. Anschließend verabschiedeten die Delegierten die folgende Erklärung: "Das Jugendseglertreffen begrüßt die Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Deutschen Sportjugend und der Spitzenverbände. Es ruft alle Vereine dazu auf, alle Vorkehrungen zu treffen, damit Kinder und Jugendliche vor Übergriffen sexualisierter Gewalt geschützt sind."
Nachdem die Jugendhaushalte 2009 und 2010 genehmigt, der Jugendsegelausschuss entlastet und die Jugendetats für 2012 und 2013 verabschiedet wurden stand mit der Wahl des Jugendobmanns der eigentliche Höhepunkt des diesjährigen Jugendseglertags an.
Der bisherige DSV-Jugendobmann Wolfgang Wagner durfte nach zwölf Jahren Amtszeit satzungsgemäß nicht wieder kandidieren. Für sein erfolgreiches Engagement, insgesamt war er 25 Jahre lang im DSV-Jugendsegelausschuss aktiv, erhielt Wagner von den Delegierten Standing Ovations sowie zwei der höchsten Auszeichnungen des deutschen Sports. DSV-Präsident Rolf Bähr überreichte ihm die Goldene Ehrennadel des Deutschen Segler-Verbandes, und Ingo Weiss, Erster Vorsitzender der Deutschen Sportjugend, ehrte Wagner mit dem Diskus, der höchsten Auszeichnung seiner Organisation.
Als neuer Jugendobmann wurde einstimmig Timo Haß vom Münchener Ruder- und Segelverein „Bayern“ von 1910 gewählt. Seit 2004 engagiert sich Haß auch als Jugendobmann des Bayerischen Seglerverbandes sowie als Mitglied des DSV-Jugendsegelausschusses.
Insgesamt bot das von den Bremer Kameraden sehr gut vorbereitet und durchgeführte Jugendseglertreffen wieder eine Vielzahl an Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch – auch mit Jugendleitern aus anderen Landesverbänden - und damit zum „Blick über den Tellerrand“.
Mit sportlichen Grüßen
Andreas Steffenhagen
- Jugendleiter -